Skip to content

Newsletter

Finanztipps direkt in Ihr Postfach

Neue Artikel zu Börse, Finanzen und Altersvorsorge, verständlich erklärt. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.

Newsletter abonnieren
  • DAX 25.277,68 +0,76 %
  • Dow Jones 51.850,55 +0,38 %
  • S&P 500 7.807,24 −0,06 %
  • Gold 4.172,80 $/oz
  • EUR / USD 1,1181 −0,22 %
  • EUR / GBP 0,8448 −0,34 %
  • Bitcoin 73.963 € −0,81 %
  • Ethereum 2.229 € −1,28 %
Kursquellen · Krypto powered by CoinGecko

Indizes: Yahoo Finance (ggf. verzögert) · Gold: Gold API (USD/Feinunze) · Währungen: EZB via Frankfurter · Krypto powered by CoinGecko · Abruf stündlich

Aufwachen! Ihr Stromtarif ist zu teuer. Handeln Sie jetzt!

Treue zahlt sich bei Stromversorgern oft nicht aus. Eine persönliche Erfahrung mit E-Auto-Tarifen, Neukundenangeboten und einem überfälligen Anbieterwechsel.

Bevor der Strom aus der Steckdose kommt, läuft er über Hochspannungsleitungen – aber zu welchem Preis? Bildquelle: Pixabay

Der Ehrliche ist der Dumme, heißt es so schön. Und der treue Kunde ist der Depp der Nation. Ob sich der Preis für Ihr Pay-TV-Abo nach dem Aktionszeitraum von 24 Monaten plötzlich verdoppelt oder Sie beim Mobilfunkvertrag durch pures Nichtstun den Anspruch auf ein neues Handy verschenken – die meisten Konzerne stellen Neukundenwachstum längst über Loyalität. Ein besonders krasses Beispiel sind Stromversorger.

Wie krass, habe ich erst gemerkt, als kürzlich ein Elektrofahrzeug in unseren Haushalt kam. Der bisherige Stromlieferant meines Vertrauens bietet weder vernünftige E-Auto-Tarife an noch konnte mir die Service-Hotline in irgendeiner Weise weiterhelfen. Als ich vor fünf Jahren dorthin gewechselt bin, war die Kundenbetreuung am Telefon noch 1a. Da mir für unsere Zweitwohnung ein Treuebonus angeboten wurde, schloss ich dort einen weiteren Vertrag ab und bekam den versprochenen Nachlass – zunächst!

Als ich nun wegen des künftig deutlich höheren Verbrauchs nach einem Tarifwechsel fragte, wollte mir der mittelmäßig freundliche Herr von der Service-Hotline nach gefühlten Ewigkeiten in der Warteschleife gleich einen Vertrag zu wesentlich schlechteren Konditionen als bisher andrehen. Dafür könne ich durch die Bündelung meiner beiden Verträge aber bis zu 120 Euro im Jahr sparen. Wie bitte? Meine Verträge waren doch seit Jahren gebündelt, davon wusste der Mann an der Strippe aber nichts. Offenbar war das irgendwann stillschweigend ausgelaufen.

Selber schuld! Wer sich nicht nach der Mindestlaufzeit meldet, wird nicht für voll genommen. Die einzige Sprache, die solche Organisationen verstehen, ist die Kündigung. Wer auf Vergleichsportalen wie preisvergleich.de ein bisschen sucht, stellt schnell fest, wieviel sich hier sparen lässt. In meinem Fall sind es 50 Euro pro Monat für die Erst- und 20 für die Zweitwohnung. Macht 840 Euro im Jahr, abzüglich der 120 Euro Bündelungsbonus, die mir der alte Versorger gewährt hätte, immerhin noch 720 Euro. Reicht für einen schönen Kurzurlaub.

Daher mein Tipp: Überprüfen Sie Ihre Stromverträge und finden Sie heraus, was Sie sparen können! Und speichern Sie gleich das Ablaufdatum Ihres neuen Vertrags im Kalender Ihres Mobiltelefons, am besten drei Monate vorher, mit dem Betreff: Strom kündigen! Wenn Sie mit Ihrem Stromlieferanten zufrieden sind, können Sie dort zumindest einmal nachfragen, was Ihre Vertragsverlängerung wert wäre – und dann vergleichen.

Vorsicht: Auch bei Vergleichsportalen lauern etliche Fußangeln! Die monatlichen Kosten werden zwar transparent dargestellt, der tatsächliche Abschlag fällt aber meist höher aus, da der eingerechnete Neukundenbonus erst nach einem oder zwei Jahren gutgeschrieben wird. Deshalb ist es unerlässlich, im Internet zu recherchieren, wie realistisch es ist, dass der Anbieter in zwei Jahren noch existiert. Kunden von Flexstrom warten seit der Pleite im Jahr 2013 auf ihren Bonus und bekamen erst kürzlich Post vom Insolvenzverwalter, wonach nur ein minimaler Bruchteil ihrer Ansprüche erfüllt werden kann. Wenn Ihnen der günstigste Anbieter dubios erscheint, nehmen sie lieber Nummer zwei oder drei. Zu meiner Überraschung war es bei meiner eigenen Suche so, dass etliche renommierte Regionalversorger preislich ganz vorne mit dabei waren.

Auf deren Marketingversprechen wie Versorgungssicherheit und Vertrauen brauchen Sie aber nicht viel zu geben. Strom ist ein völlig austauschbares Produkt, das sprichwörtlich aus der Steckdose kommt. Wenn wie Anfang Januar in Berlin die Lichter ausgehen, betrifft das alle Haushalte, ganz egal, wo sie Kunde sind. Wenn – wie im Fall Flexstrom – „nur“ der Anbieter pleitegeht, sitzen Sie hingegen nicht im Dunkeln. Sie erhalten Ihren Strom dann vom zuständigen Regionalversorger, allerdings zum Grundversorgungstarif, der nicht unbedingt der günstigste ist. Also heißt es dann: neu vergleichen!

Auf Vergleichsportalen findet man aber nicht alle Tarife. Prüfen Sie deshalb auf den Internetseiten der günstigsten Anbieter, ob es dort nicht noch bessere Angebote für Ihren Strombedarf gibt. Das geht im Handumdrehen, meist genügt die Eingabe von Postleitzahl und Jahresverbrauch.

Vorsicht auch bei E-Auto-Tarifen, die frech als Lockangebote genutzt werden. Oft wird eine Wallbox mit separatem Zähler gefordert, was erhebliche Zusatzkosten verursacht – und nicht selten ist die Kilowattstunde am Ende trotzdem teurer als in einem anderen Tarif.

Erfreulicherweise sind Ökostromtarife längst nicht mehr teurer als andere, aber auch hier gilt: Sie werden dem Strom nicht anmerken, ob er aus einem Wind- oder Kohlekraftwerk stammt. Immerhin wachen die Regulierungsbehörden darüber, dass Ihr Versorger genau die Menge Ökostrom ins Netz einspeist, für die Sie bezahlen. Insofern vertrauen wir mal darauf, dass wenigstens das keine komplette Mogelpackung ist.

<img src=“https://vg08.met.vgwort.de/na/938a97e03d774edca1a32c2c2b5de5b9″ width=“1″ height=“1″ alt=““>